Energiemanagement

Energiepolitik und Grundsatzerklärung des Sächsischen Krankenhauses Altscherbitz

1. Präambel und Selbstverständnis

Das Sächsische Krankenhaus Altscherbitz übernimmt als bedeutende psychiatrisch-neurologische Fachklinik im Freistaat Sachsen eine besondere Verantwortung für Patientinnen und Patienten, Mitarbeitende, die Gesellschaft sowie die Umwelt. Energieeffizienz, nachhaltiger Ressourceneinsatz und Klimaschutz sind zentrale strategische Handlungsfelder unserer zukünftigen Entwicklung. Aus diesem Verständnis heraus verpflichtet sich die Krankenhausleitung zur Einführung, Aufrechterhaltung und stetigen Verbesserung eines wirksamen Energiemanagementsystems (EnMS) gemäß DIN EN ISO 50001:2018 und zur konsequenten Umsetzung der Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG).

Die Klinik setzt damit ein deutliches Zeichen, dass nachhaltiges Wirtschaften, moderne Patientenversorgung und ökologische Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind. Mit der Einführung der Energiepolitik und deren verbindlicher Umsetzung schaffen wir die Grundlage für einen systematischen, messbaren und nachweisbaren Wandel hin zu einer zukunftsfähigen, energieeffizienten und klimaneutralen Klinikstruktur.

2. Leitbild und strategische Zielrichtung

Die Krankenhausleitung bekennt sich zu einer langfristigen Energie- und Klimastrategie, deren übergeordnetes Ziel die Erreichung eines klimaneutralen Krankenhauses bis zum Jahr 2040 ist. Dieses Leitbild bestimmt sämtliche energiebezogenen Entscheidungen und Maßnahmen, die im Krankenhaus getroffen werden. Es umfasst sowohl technische und bauliche Modernisierungen als auch Verhaltensänderungen, organisatorische Weiterentwicklungen und Investitionen in innovative Technologien.

Zentrales Ziel ist die Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001 im Jahr 2026, die als Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität die Wirksamkeit aller Prozesse und Strukturen bestätigen wird.

3. Verantwortung der obersten Leitung

Die Krankenhausleitung trägt die Gesamtverantwortung für das Energiemanagementsystem und stellt sicher, dass alle Verpflichtungen, Anforderungen und gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Sie sorgt dafür, dass ausreichende Ressourcen – Personal, Kompetenzen, Informationen, finanzielle Mittel, technische Ausstattung sowie Zeitkontingente – bereitgestellt werden, um ein wirksames EnMS zu gewährleisten.

Sie verpflichtet sich, die Bedeutung energiebezogener Leistungen regelmäßig zu kommunizieren, das Energieteam bei allen Aufgaben zu unterstützen und die fortlaufende Verbesserung des Systems aktiv voranzutreiben. Darüber hinaus schützt sie die Integrität der energierelevanten Prozesse und stellt sicher, dass Ergebnisse unabhängig bewertet und dokumentiert werden.

4. Verpflichtungen aus der Energiepolitik

4.1 Gesetzliche und normative Verpflichtungen

Das Krankenhaus verpflichtet sich, alle für den Betrieb relevanten gesetzlichen und behördlichen Anforderungen einzuhalten, insbesondere:

  • das Energieeffizienzgesetz (EnEfG),
  • das Energiedienstleistungsgesetz,
  • die Bestimmungen der DIN EN ISO 50001:2018,
  • weitere für öffentliche Einrichtungen geltende Regelwerke und Berichtspflichten.

Die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben bildet die Mindestanforderung. Ziel ist es, über diese Vorgaben hinauszugehen und in allen Bereichen Energieeffizienzpotenziale konsequent zu nutzen.

4.2 Verpflichtung zur fortlaufenden Verbesserung

Die Klinik verpflichtet sich, die energiebezogene Leistung fortlaufend zu verbessern. Dies umfasst die systematische Analyse von Energieverbräuchen, die Identifikation wesentlicher Energieeinsätze (SEUs), die Entwicklung geeigneter Maßnahmen und deren nachhaltige Umsetzung. Ebenso werden Energieziele und -kennzahlen regelmäßig überprüft, aktualisiert und im Rahmen des Managementreviews bewertet.

4.3 Verpflichtung zur Bereitstellung von Informationen

Die Krankenhausleitung stellt sicher, dass alle notwendigen energierelevanten Informationen zeitgerecht bereitgestellt werden, damit Analysen, Bewertungen und Entscheidungen auf validen Daten basieren. Dazu gehören insbesondere Lastgänge, Energiedaten der Medien Strom, Wärme, Wasser, Gas, Druckluft, Kennzahlen der Gebäudetechnik sowie Daten aus Mess- und Monitoringlösungen. Die Implementierung digitaler Energiemonitoring-Strukturen ist dabei fester Bestandteil der EnMS-Strategie.

4.4 Nachhaltige Beschaffung

Für die Beschaffung von energieverbrauchsrelevanten Gütern und Anlagen (nachfolgend Produkte genannt), Modernisierungen und Investitionen werden Lebenszykluskosten, Energieeffizienz und CO2-Emissionen verbindlich berücksichtigt. Energieeffiziente Produkte werden unter Beachtung den aktuell geltenden Festlegungen der Beschaffungsordnung des SKH Altscherbitz vorrangig beschafft.

5. Aufbau des Energiemanagementsystems

Das Energiemanagementsystem wird nach den Anforderungen der DIN EN ISO 50001 strukturiert und fortlaufend weiterentwickelt. Es basiert auf einer regelmäßigen energetischen Bewertung, der Festlegung von Energiekennzahlen (EnPIs), Energiebasislinien (EnB), Zielen, Maßnahmenplänen und einer jährlichen Wirksamkeitsbewertung. Das bestehende Krankenhaus-Managementsystem – inklusive Kennzahlenmatrix, Dokumentenlenkung, Kontextanalyse, Chancen- und Risikoanalyse – bildet die Grundlage für die Integration des EnMS.

Die Implementierung erfolgt phasenweise und umfasst:

  • systematische Erfassung und Auswertung der Energieflüsse,
  • Festlegung und Bewertung wesentlicher Energieeinsätze,
  • energetische Planungsgrundsätze für Neubau, Umbau und technische Anlagen,
  • jährliche Ableitung strategischer und operativer Energieziele,
  • regelmäßige interne Audits, Managementreviews und Wirksamkeitskontrollen.

6. Energieteam und Energiemanagementbeauftragter

Ein Energieteam wurde durch die Krankenhausleitung eingesetzt. Ihm gehören zentrale Fachbereiche an, darunter technischer Servicemanagement inkl. Haustechnik, Wirtschaftsmanagement inkl. Einkauf, Controlling, IT, Baukoordinator sowie die Energiemanagementbeauftragte bzw. der Energiemanagementbeauftragte. Ergänzt wird das Team im erweiterten Kreis durch das Personalmanagement, Arbeitssicherheit, Öffentlichkeitsarbeit und klinischen Bereiche je nach Aufgabenstellung. Das Kernteam koordiniert alle energierelevanten Prozesse interdisziplinär und trägt operative Verantwortung für die Umsetzung der Energiepolitik.

Der Energiemanagementbeauftragte übernimmt die Aufgaben der systematischen Überwachung der energierelevanten Prozesse, die Koordination der Mess- und Bewertungsaktivitäten, die fachliche Beratung anderer Bereiche sowie die Vorbereitung der Managemententscheidungen. Er wirkt maßgeblich an der Umsetzung der strategischen Vorgaben der Geschäftsleitung mit.

7. Kommunikation, Schulung und Bewusstseinsbildung

Die Krankenhausleitung verpflichtet sich zur aktiven Kommunikation der Energiepolitik und stellt sicher, dass alle Beschäftigten regelmäßig informiert, geschult und motiviert werden, einen Beitrag zur Energieeffizienz zu leisten. Durch zielgruppenspezifische Schulungsprogramme sollen technisches Wissen, korrektes energieeffizientes Verhalten und Verantwortungsbewusstsein gefördert werden.

Energieeinsparungen sind nicht allein Ergebnis technischer Lösungen, sondern basieren maßgeblich auf dem bewussten Handeln aller Mitarbeitenden.

8. Dokumentation, Auditierung und Managementreview

Die energiebezogenen Prozesse werden nachvollziehbar dokumentiert. Interne Audits überprüfen jährlich die Wirksamkeit des Energiemanagementsystems. Ergänzend führen externe Auditoren im Rahmen der zukünftigen ISO-Zertifizierung unabhängige Prüfungen durch. Die Ergebnisse werden der Geschäftsleitung vorgelegt und fließen in das jährliche Managementreview ein, das die strategische Weiterentwicklung des EnMS steuert.

9. Gültigkeit, Verbindlichkeit und fortlaufende Weiterentwicklung

Diese Energiepolitik ist verbindlich für alle Bereiche des Sächsischen Krankenhauses Altscherbitz. Sie wird in regelmäßigen Abständen überprüft und bei Bedarf fortgeschrieben. Änderungen strategischer Rahmenbedingungen, neue gesetzliche Anforderungen, technologische Entwicklungen oder neue Erkenntnisse aus der energetischen Bewertung fließen in die Weiterentwicklung der Energiepolitik ein.

Schlussformel

Die Krankenhausleitung des Sächsischen Krankenhauses Altscherbitz erklärt diese Energiepolitik zum verbindlichen obersten Dokument des Energiemanagementsystems.
Sie tritt mit Veröffentlichung in Kraft und bildet den zentralen Orientierungsrahmen für alle Energieziele, Maßnahmen und zukünftigen Entwicklungen der Einrichtung.