Judy Kroha lernt Pflegefachfrau im SKH Altscherbitz: "Überall einsetzbar europaweit""

Pflegemanagerin Julia Remler (r.) zeigt der Auszubildenden Judy Kroha, wie sie die Medikation vorbereitet.
Pflegemanagerin Julia Remler (r.) zeigt der Auszubildenden Judy Kroha, wie sie die Medikation vorbereitet.

Judy Kroha lernt im ersten Ausbildungsjahr den Beruf der Pflegefachfrau im Sächsischen Krankenhaus Altscherbitz. Die 23-Jährige ist sozial sehr engagiert und möchte auch beruflich eng mit pflegebedürftigen Menschen zusammenarbeiten und diese in kritischen Lebenssituationen unterstützen. "Ich habe während meines Studiums der Sozialen Arbeit schon mehrere Praktika  im sozialen Bereich gemacht und an der Tätigkeit einfach großen Gefallen gefunden, in ihr einfach eine Bereicherung erlebt", erzählt Judy Kroha. Ihr ist es wichtig, einen Betrag zum Erhalt der Ressourcen bei Pflegebedürftigen zu leisten und die Lebensqualität derselben deutlich zu verbessern.

An einer Ausbildung im SKH Altscherbitz gefiel ihr besonders die Möglichkeit einer Vertiefung in psychiatrischer Pflege, wonach sie explizit gesucht hat. Daneben ist im SKH Altscherbitz auch die Vertiefung in stationärer Akutpflege möglich. Die generalistische Pflegeausbildung wurde 2020 europaweit eingeführt und bietet facettenreiche Entwicklungsmöglichkeiten. Sie befähigt die ausgebildeten Fachkräfte nach ihrem Abschluss zum Einsatz in allen Bereichen der Pflege, sei es die Kinderkranken-, Kranken- oder Altenpflege. Auch ist die Ausbildung EU-weit anerkannt und ermöglicht es Judy, mit ihrem Abschluss überall in Europa als Pflegefachfrau zu arbeiten. Im März 2021 hat sie ihre Ausbildung im SKH begonnen und war zunächst in der Gerontopsychiatrie des SKH auf der Station PG2 im Einsatz. Aktuell ist sie im Bereich der ambulanten Pflege bei einem Kooperationspartner des SKH und lernt hier pflegerische Aspekte in diesem Bereich kennen.

Ein multiprofessionelles Team, bestehend aus Praxisanleitern, Mentoren und hochqualifizierten Mitarbeitern begleitet die Auszubildenden während der dreijährigen Ausbildungszeit bis hin zur Prüfung. "Unsere insgesamt etwa 30 Pflege-Azubis aller Ausbildungsjahre durchlaufen die verschiedenen Bereiche der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie – von der Akutpsychiatrie und Station für junge Erwachsene mit Mutter-Kind-Einheiten über das Suchtzentrum bis hin zur Gerontopsychiatrie und lernen hier die verschiedenen pflegerischen Aspekte kennen. Zudem erwerben die Azubis im neurologischen Bereich, vor allem in der Stroke Unit, pflegerisches Know-how und absolvieren Praktika bei unseren Kooperationspartnern. Die Ausbildung ist dadurch thematisch sehr abwechslungsreich", erzählt Pflegemanagerin Julia Remler. 

Abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld
Die Auszubildenden lernen unter anderem Pflegetechniken und wie sie zu pflegende Menschen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens sowie bei der Wiederherstellung, Kompensation und Anpassung eingeschränkter Fähigkeiten unterstützen. "Es gehört beispielsweise die Körperpflege zu meinen Aufgaben und auch die Vitalzeichenerhebung, zum Beispiel das Blutdruckmessen. Auch beraten wir die zu pflegende Person ggfs. unter Einbezug der Angehörigen zu den personen- und situationsbezogenen Pflegeaspekten, das ist wichtiger Bestandteil und kann eine große Unterstützung für die Betroffenen darstellen." Auch das sichere Handeln in Akutsituationen und Erste Hilfe in Notfällen wird den Azubis vermittelt. Zudem sind die rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Pflege Bestandteil der Ausbildung.

Die Azubis erlernen in der neuen generalistischen Pflegeausbildung außerdem Vorbehaltsaufgaben, die nur durch die Pflegefachkräfte ausgeübt werden dürfen. Das sind unter anderem die Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfes oder auch die Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses sowie die Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege. Ein wichtiger Kooperationspartner des SKH für die Pflegeausbildung ist die medizinische Berufsfachschule im Klinikum St. Georg Leipzig. Hier lernt Judy alle relevanten theoretischen Inhalte. "Wir behandeln immer ganz bestimmte Lernfelder und verinnerlichen diese mit Fallbeispielen. Ein Lernfeld war das Ernährungsmanagement, denn in der Pflege ist es auch wichtig, die Ernährung des Pflegebedürftigen ganz individuell zu gestalten, gerade bei Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck oder bei psychisch bedingten Ess-Störungen gibt es viel zu beachten."

Im Klinikum des St. Georg Leipzig werden die Azubis beispielsweise in der Pädiatrie (Kinderheilkunde) eingesetzt und erhalten hier die pflegerischen Fertigkeiten in diesem Bereich. Daneben gibt es weitere Kooperationspartner für die stationären und ambulanten Pflichteinsätze, um die Azubis in allen Bereichen der Pflege fit zu machen, beispielsweise auch in der ambulanten Langzeitpflege oder auch bezüglich ergotherapeutischer Fertigkeiten. "Spannend sind auch die Praxistage am St. Georg, die immer unter einem ganz bestimmten thematischen Schwerpunkt stehen. So gab es beispielsweise einmal einen Erste-Hilfe-Tag, an dem uns diesbezüglich die Fertigkeiten mittels zahlreicher praktischer Übungen vermittelt wurden. Einmal ging es auch um die Körperpflege. Hier haben wir gelernt und geübt, was bei Pfllegebedürftigen alles zu beachten ist", so Judy weiter. Sie schätzt die Weiterbildungsmöglichkeiten im SKH schon während ihrer Ausbildung, beispielsweise das Deeskalationstraining.

Aus Sicht von Judy ist Einfühlungsvermögen sehr wichtig, um den Beruf der Pflegefachkraft gut zu meistern. „Man braucht ganz viel Verständnis, muss stressresistent sein und jede Menge Geduld mitbringen. Auch sollte man immer ein offenes Ohr für die Patienten  haben“, sagt sie. Weiterhin gehören eigenverantwortliches Arbeiten, ein hohes Verantwortungsbewusstsein, Durchsetzungsvermögen, Zuverlässigkeit, Engagement, Flexibilität, psychische Belastbarkeit, Teamgeist, Konfliktfähigkeit und körperliche Belastbarkeit zu den wichtigen Voraussetzungen für Pflegefachkräfte.

"In der Ausbildung lernen wir, beim körperlichen Einsatz Ressourcen zu nutzen, also Hilfsmittel, mit denen zum Beispiel rückenschonend ein Patient transportiert werden kann. Optimalerweise holt man sich zudem immer Hilfe von einem Kollegen dazu.“ Ihr Tagesablauf in der Gerontopsychiatrie des SKH hatte eine gewisse Regelmäßigkeit. „Das ist natürlich in anderen Bereichen nicht immer so gegeben, aber hier war es auch wichtiger beständiger Faktor für die älteren zu pflegenden Patienten eine gewisse Beständigkeit zu bieten.“ Los ging ihr Dienst immer mit einer Übergabe. „In der Frühschicht ist nach der Körperpflege das Frühstück dran, die Zimmer sind aufzuräumen, Patienten in die Therapien zu bringen."

Die Beschäftigung der zu Pflegenden nimmt  den ganzen Tag über einen wichtigen Part ein, hier bietet die PG2 ein ganz besonderes Konzept (siehe auch Beitrag auf Seite 8).  Auch ist Judy für die Dokumentation der Pflege mittels Pflegebericht verantwortlich. Dieser umfasste in der Gerontopsychiatrie detailliert die vom Patienten wahrgenommenen Angebote und Therapien sowie den Tagesablauf insgesamt. Zudem bietet der Bericht psychiatrische Blickwinkel und zeigt die Entwicklung des Patienten in Bezug auf seine psychische Erkrankung auf. Die Azubis erhalten im SKH zahlreiche Möglichkeiten der Mitgestaltung und Durchführung von Therapieangeboten. „Regelmäßig haben unsere Auszubildenden die pflegerische Verantwortung für eine bestimmte Station, unter Anleitung natürlich", erklärt Pflegemanagerin Julia Remler weiter.  "Wir bieten gute Übernahmemöglichkeiten, denn unsere Azubis sind in den verschiedenen Bereichen unserer Klinik bestens ausgebildet und für uns dadurch hervorragende Fachkräfte", so Julia Remler. 
„Ich habe hier hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten. “

Zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird eine Zwischenprüfung absolviert. Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung in mündlicher, schriftlicher und praktischer Form ab. Die praktische Abschlussprüfung erfolgt im SKH Altscherbitz und wird mit dem Abschluss des Ausbildungsvertrages festgelegt. Zugangsvoraussetzung zu der Ausbildung ist ein erfolgreicher Abschluss der mittleren Reife bzw. Hochschulreife oder guter Hauptschulabschluss plus abgeschlossener Berufsausbildung in der Pflegehilfe oder Pflegeassistenz. Vergütet wird die Ausbildung nach Tarifvertrag (TVA-L).

Das erste halben Jahr der Ausbildung hat Judy gezeigt, dass sie hier im SKH Altscherbitz genau richtig ist und ihr die Arbeit mit der Vielfalt an Aufgaben viel Spaß macht. "Ich habe hier hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten sowie ein tolles Team und arbeite in einem abwechslungsreichen und spannenden Tätigkeitsfeld. Es fasziniert mich, ganz verschiedene Persönlichkeiten mit ihren jeweils ganz eigenen Lebensgeschichten kennenzulernen. Hier kann ich meine Unterstützung ganz individuell einbringen, und das bereichert mich tagtäglich aufs Neue."

Julia Remler zeigt Judy , wie man einen Verband wechselt.
Julia Remler zeigt Judy, wie man einen Verband wechselt.