Forensische Institutsambulanz

Mit der letzten Änderung des SächsPsychKG wurde die Einrichtung Forensischer Ambulanzen in Sachsen gesetzlich verankert. Damit nimmt auch die Forensische Institutsambulanz Altscherbitz (kurz FIA) ab 01.01.2015 offiziell ihre Arbeit auf.

Vom neuen Standort in der Josephinenstraße 11, 04317 Leipzig-Reudnitz aus sollen bis zu 50 ehemals forensische Patienten zum größten Teil aufsuchend betreut werden.

Bei den Patienten der FIA handelt es sich um psychischkranke Straftäter, die erfolgreich behandelt wurden und auf Bewährung aus der Unterbringung entlassen werden konnten, da von ihnen keine schwerwiegenden Straftaten mehr zu erwarten sind.

Die FIA hat vorrangig das Ziel, die Rehabilitation forensischer Patienten zu begleiten und auf ihrem Weg aus der oftmals langen Unterbringung in ein eigenständiges Leben außerhalb der Klinik zu unterstützen. Dazu gehören die vor der Entlassung anstehenden organisatorischen Aufgaben, wie z.B. Behördengänge oder die Hilfe bei der Einrichtung einer Wohnung, sowie die psychotherapeutische Begleitung durch Gespräche und regelmäßige persönliche Kontakte während der Zeit nach der Entlassung aus der Unterbringung. Außerdem kommt der FIA eine Kontrollfunktion zu, z.B. mit der Durchführung von Alkohol- oder Drogentests bei Patienten mit entsprechender Vorgeschichte und Bewährungsauflagen.

Ein weiteres Aufgabenfeld ist die Zusammenarbeit mit dem Helfersystem, in das der Patient nach der Entlassung aus dem Maßregelvollzug eingebunden wird (Psychiater, gesetzlicher Betreuer, Bewährungshelfer u. a.). Durch eine engmaschige Betreuung soll der Patient dabei unterstützt werden, die im Maßregelvollzug erlernten positiven und nützlichen Verhaltensweisen auch unter den Belastungen des Alltags dauerhaft umzusetzen. Erfahrungsgemäß kann institutionelle Nachsorge dabei helfen und somit zu einer nachhaltigen Stabilität ehemaliger Maßregelpatienten beitragen. Sollte es dennoch zu einem Rückfall in krankheitsbedingt kritisches Verhalten kommen, kann im Rahmen der Nachsorge schnell reagiert und eine mögliche Gefahr für die Allgemeinheit abgewendet werden.

Die Behandlung durch die FIA ist aktuell nur für Patienten möglich, die bereits im Maßregelvollzug nach §63 behandelt wurden. Hierzu gehören auch Patienten aus anderen Kliniken und anderen Bundesländern, die nach der Entlassung ihren Wohnsitz in der Region haben. Deren Übernahme ist vorab zwischen den behandelnden Ärzten und der FIA abzustimmen.

Alle Patienten werden durch die Mitarbeiter der FIA individuell betreut. Die notwendigen Maßnahmen der Nachbetreuung werden sowohl durch die gerichtlich erteilten Bewährungsauflagen als auch durch die Einschätzung der psychischen Erkrankung durch den behandelnden Arzt/Therapeuten bestimmt.

Das Mitarbeiterteam der FIA besteht derzeit aus zwei Kolleginnen (Sozialdienst und Psychologischer Dienst). Die Kontaktaufnahme zur FIA kann telefonisch erfolgen. Bitte wenden Sie sich dazu an das Chefarztsekretariat der Klinik für Forensische Psychiatrie. Frau Richter ist von 8.00 bis 16.30 Uhr unter 034204-872311 zu erreichen.