Tagesklinisches Therapieangebot für Patienten mit Post-Covid-Syndrom

Tagesklinik Altscherbitz Außenansicht

Um psychische Folgen einer überstandenen Covid-19-Erkrankung aufzufangen, hat die Psychotherapieabteilung des SKH Altscherbitz ein teilstationäres multimodales psychotherapeutisches Programm entwickelt. Insgesamt stehen 5 Therapieplätze für Post-Covid-Patienten am Standort Altscherbitz zur Verfügung. Die Gesamtbehandlungsdauer beträgt vier Wochen. 

Unter oberärztlicher Anleitung erfolgt die Behandlung in geschlossenen Gruppen durch ein multiprofessionelles Team, bestehend aus Ärzten, Psychologen, der Bezugspflege, Sozialarbeitern, Ergo-, Musik- und Physiotherapeuten. Die Anmeldung bzw. Einweisung erfolgt über die Post-Covid-Ambulanz des SKH Altscherbitz, von der aus bereits eine intensive psychologische Leistungsdiagnostik geplant wird. 

Behandlungskonzept 

Grundlage ist eine psychiatrische und allgemeinkörperliche Untersuchung und eingehende test-psychologische Diagnostik. Darauf aufbauend wird ein individueller Therapieplan erstellt. Bei einem Post-Covid-Fatigue-Syndrom macht es beispielsweise Sinn, die eigene Leistungsfähigkeit nicht zu überfordern, sondern sich Aufgaben eher in kleinere, zu bewältigende Einheiten zu unterteilen. Eine zentrale Rolle kommt der Krankheitsbewältigung mit Hilfe von Psychoedukation und Stressbewältigung zu. Das Erlernen von Achtsamkeit und damit der frühzeitigen Wahrnehmung körperlicher und psychischer Grenzen, aber auch das Erlernen eines neuen Umgangs mit kognitiven und körperlichen Defiziten stellt einen entscheidenden Therapiebaustein dar, um die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen zu lernen. Die Entspannungstherapie (PMR), aber auch Bio- und Neurofeedback helfen den Patienten, sich vegetativ besser zu regulieren.

Spezielle Achtsamkeitsgruppen, aber insbesondere auch die Musik- und Kunsttherapie sind darauf ausgerichtet, wieder mehr Sicherheit mit sich selbst zu finden. So sollen insbesondere auch im Achtsamkeitstraining neue Erfahrungen mit eventuellen Geruchs- und Geschmackssensationen vermittelt werden. Auch eine Ernährungsberatung kann im Bedarfsfall angeboten werden.

Zum Training der Gedächtnis- und Merkfähigkeit werden ein kognitives Training und die Ergotherapie eingesetzt. Die Ergotherapie beinhaltet das Üben von Ausdauer und Konzentration, die Erarbeitung neuer notwendiger Handlungsplanungen sowie Problemlöseverhaltens und die Verbesserung von Frustrationstoleranz. Bei körperlichen Einschränkungen nach einer Post-Covid-19-Erkrankung ist eine motorisch-funktionelle Behandlung und ein sensomotorisches-perzeptives Wahrnehmungstraining möglich.

Im Rahmen der Sporttherapie stehen Atemtherapie und schrittweise Wiedererlangung der körperlichen Fitness im Vordergrund. Bei Bedarf gibt es eine Sozialberatung. Im Hinblick auf eine soziale Unterstützung sowie zur Transfersicherung werden bei Bedarf Bezugspersonen in die Behandlung einbezogen und Angehörigengespräche geführt.

Die Patienten erhalten regelmäßig Einzelgespräche, die inhaltlich und vom zeitlichen Umfang auf die Belastbarkeit der Patienten abgestimmt sind. 

In der letzten Therapiewoche gibt es einen gemeinsamen Termin mit dem Team der Tagesklinik und der einweisenden Ärztin der Post-Covid-Spezialsprechstunde der Psychiatrischen Institutsambulanz. Hier wird die Weiterbehandlung entsprechend dem erreichten Therapieergebnis koordiniert und auch bei der Vermittlung einer langfristigen psychotherapeutischen Weiterbehandlung unterstützt. 

Weitere Informationen zur Post-Covid-Spezialsprechstunde