Behandlungsschwerpunkte in der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik

Unsere Psychiatrische Klinik behandelt im Rahmen von Klinik, Tagesklinik und Ambulanz das gesamte Spektrum psychischer Erkrankungen.

Dabei gibt es folgende Behandlungsschwerpunkte:

2. Station für Junge Erwachsene PA2

Krisen auf der Schwelle zum Erwachsenenalter treten in heutiger Zeit immer häufiger auf. Die Ursachen liegen oft in Konflikten, die gerade in Umbruchzeiten entstehen:

  • Ablösung vom Elternhaus
  • Schule
  • Partnerwahl
  • krankheitsfördernde Wertevorstellungen unserer Gesellschaft.

Auf der Station für Junge Erwachsene PA 2 wurde speziell für diese Lebensthemen und Probleme eine Gruppe für Menschen im Alter zwischen 18 bis 30 Jahren eingerichtet.

3. Schwangerschaftsdepression, Wochenbettdepression, Wochenbettpsychose

Dafür gibt es in der Psychiatrischen Klinik fünf Rooming In Einheiten, wo Mütter mit Kleinstkindern bis zu einem Alter von 12 Monaten stationär aufgenommen werden können.

Psychische Störungen in der Schwangerschaft und nach der Geburt sind nicht selten. So erkranken beispielsweise zehn bis 15 Prozent aller Frauen nach der Entbindung an einer Depression. Bei 0,1 % kommt es zur Wochenbettpsychose. Diese und andere psychische Erkrankungen erschweren es betroffenen Müttern, sich den vielfältigen Anforderungen der Mutterschaft zu stellen. Sie wirken sich zudem ungünstig auf die Interaktion mit dem Kind und damit auf dessen Entwicklung aus. Aufgrund dieser Erkenntnisse spezialisierten wir uns seit dem Jahr 2003 auf die Behandlung von Müttern mit postpartalen psychischen Störungen. Unter bestimmten Voraussetzungen nehmen wir diese Mütter mit ihrem Kind gemeinsam im Rooming In auf.

Im "Rooming In" kommen spezifische Behandlungsmodule wie psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungen der Mutter, die Unterstützung der Mutter-Kind-Beziehung im Alltag, Gruppen zur Förderung der Mutter-Kind-Interaktion sowie spezielle ambulante Vor- und Nachbehandlung in der gynäkopsychiatrischen Sprechstunde zum Einsatz.

4. Patienten mit Demenzen, Alzheimer-Krankheit, krankhafter Vergesslichkeit werden im Gerontopsychiatrischen Versorgungszentrum betreut.

Das Gerontopsychiatrische Versorgungszentrum behandelt Menschen mit psychischen Störungen ab einem Alter von 65 Jahren.

Die steigende Lebenserwartung in unserer Gesellschaft hat eine Zunahme der Alterserkrankungen zur Folge. Durch die frühzeitige Erkennung von Erkrankungen wie Demenzen (z.B. Alzheimer), Depressionen oder Angststörungen können optimale Therapien die Lebensqualität von Betroffenen entscheidend verbessern.

Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Sozialarbeitern, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten behandelt unsere Patienten nach neuesten Therapierichtlinien und steht den Angehörigen beratend zur Seite.

Zum Gerontopsychiatrischen Versorgungszentrum gehören:

  • die gerontopsychiatrische Sprechstunde in der Institutsambulanz
  • die ambulanten Gesprächsgruppen für ältere Menschen in der Institutsambulanz
  • die Beratung durch Sozialarbeiter
  • die Station PG 3 mit soziotherapeutischem Ansatz und Möglichkeiten der Tagesklinischen Betreuung
  • die Stationen PG1 und PG 2 mit Schwerpunkt der Demenzbehandlung

5. Patienten mit Suchtproblem wie Alkoholabhängigkeit, chronischem Alkoholismus, Medikamentenabhängigkeit(Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Schmerzmittel) sowie Drogenmißbrauch und Drogenabhängigkeit werden im Suchtzentrum betreut.

Das Suchtzentrum wurde im Sommer 2012 mit bewährten Konzepten im rekonstruierten Haus 7 neu eröffnet.

Zu unserem Suchtzentrum gehören:

  • Station PS 1 für Patienten mit Alkohol- und /oder Medikamentenabhängigkeit
  • Station PS 2 für Patienten mit Drogenabhängigkeit
  • Tagesklinik Sucht für Patienten mit Alkohol-, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit (außer Heroin)
  • Die Suchtsprechstunde in der Institutsambulanz.

Wir führen eine qualifizierte Entgiftungsbehandlung durch. Diese wird mittels psycho- und sozialtherapeutische Intervention sowie tagesklinische Behandlung nach einer Entgiftung unterstützt.

Vor und nach der stationären Therapie stehen umfangreiche Behandlungsmaßnahmen in der Suchtsprechstunde zur Verfügung.

Wir bieten Gesprächsmöglichkeiten für Patienten mit nicht stoffgebundenen Süchten (wie Kauf-, Spiel- und Computersucht).

Seit Sommer 2012 ist zudem die Möglichkeit der Aufnahme von Mutter und Kind (Alter bis zwölf Monate) gegeben.

Des Weiteren stellen wir Anträge für Langzeittherapien (inklusive Eilantrag) und beraten bei sozialen Schwierigkeiten.

6. Patienten mit Neurosen, Persönlichkeitsstörungen wie Borderline-Erkrankung, Angststörungen, psychosomatischen Erkrankungen und akuten Belastungsreaktionen können unter bestimmten Voraussetzungen zur stationären Psychotherapie Station PP1 aufgenommen werden.

Insgesamt stehen hier 18 Betten zur Verfügung.

Da wir mit offenen und halboffenen Gruppen arbeiten, ist die Möglichkeit einer kontinuierlichen Aufnahme jederzeit gegeben.

Wir pflegen eine enge Kooperation zur Tagesklinik unseres Hauses (ca. 15 Plätze), sodass innerhalb der von uns behandelten Gruppen sowohl tagesklinische als auch stationäre Patienten eingebunden werden können. Dies bietet den Vorteil, dass bei einem eventuell notwendigen Statuswechsel die Therapiekontinuität erhalten bleibt. Die Behandlungsdauer unterscheidet sich von Fall zu Fall. Sie hängt im Wesentlichen vom Krankheitsbild, dem Verlauf und der Motivationslage unserer Patienten ab. Sie schwankt daher zwischen vier und zwölf Wochen.

Behandlungskonzept

Die Behandlung verfolgt einen komplexen therapeutischen Ansatz, in dem sich Psychotherapie, soziotherapeutische Verfahren und medikamentöse Behandlung ergänzen.

Auf der Basis einer umfassenden medizinischen und psychiatrisch-psychotherapeutischen Eingangsdiagnostik erfolgt eine auf die Spezifik des Einzelfalles zugeschnittene Therapie. Diese bewegt sich im Rahmen einer modernen psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung.

Wir arbeiten störungsspezifisch in 3 separaten Gruppen

  • tiefenpsychologisch fundiert arbeitende Gruppe
  • verhaltenstherapeutisch arbeitende Gruppe
  • ressourcenorientierte Gruppe

Dabei kommen folgende Therapien zur Anwendung:

Richtlinien-Psychotherapie (tiefenpsychologisch fundierte Therapie und Verhaltenstherapie), spezielle Behandlungstechniken für psychosomatische Krankheitsbilder (z.B. Katathymes Bilderleben, Hypnotherapie), Gesprächspsychotherapie mit supportivem Charakter, stabilisierende Traumatherapie, Kriseninterventionstherapie, Psychoedukation für Psychose-, Angst- oder Depressions-Patienten, Musik-, Mal-, Ergo-, Gestaltungs-, Entspannungs- Sport-, Tanz- und kommunikative Bewegungstherapie, Pantomime und Rollenspiel, Sozio- und Milieutherapie, Training sozialer Kompetenzen und Fertigkeiten (u.a. Fertigkeitstraining in Gärtnerei und Holzwerkstatt, Expositionstraining zur Förderung der Belastungsfähigkeit), fakultative Theatergruppe und Laienspiel, Angehörigengespräche, Pharmakotherapie und Ernährungsberatung

Krankheitsbilder

Neurosen und Persönlichkeitsstörungen, funktionelle Organstörungen, psychosomatische Erkrankungen, Patienten mit akuten und chronischen Konfliktreaktionen sowie Patienten nach suizidalen Krisen.

Einweisungsmodus

Die Anmeldung bzw. Einweisung erfolgt durch einen niedergelassenen Arzt oder Psychologen. Möglich ist aber auch eine Übernahme aus anderen stationären oder teilstationären Bereichen von Kliniken.

Anmeldungen für planbare Psychotherapien erfolgen über unsere Vorschaltambulanz. Die notwendigen Vorgespräche führen OÄ DM Jana Rohmer (Tel.: 034204 874337) und DP Angelika Girndt.

7. Tageskliniken mit Institutsambulanzen an verschiedenen Standorten

Durch die Verknüpfung von tagesklinischer und ambulanter Therapie in Altscherbitz sowie in den Tageskliniken in Eilenburg und Markranstädt bieten wir gemeindenahe Behandlung an.